Am anderen Tag aber kam ein kalter Wind auf und vertrieb alles Geschmeiß aus dem Raum, in dem sie sich aufhielten und die Frauen die Speisen zubereiteten. Weil sie jedoch viele Fenster geöffnet hatten, legten manche sich die Gewänder fester um ihre Schultern – der Kühle wegen, die sich breit zu machen begann.
Einigen gefiel das nicht und sie sprachen zu Maria: “Schließe doch das Fenster, denn die Kälte dringt ein. Zwar weicht das Geschmeiß nach draußen, aber siehe – wir müssen frieren, und sind schon alte Leute.”
Als nun Maria im Begriff war, das Fenster gehorsam wieder zu verschließen, stand er auf, hob an, eine seiner Reden anzukündigen, sprach laut und deutlich, so dass es jeder im Hause hören konnte und legte los:
“Wahrlich, wahrlich ich sage euch, nicht die Kälte dringt bei uns ein, sondern der Mief zieht endlich ab. Üble Feuchte und Wärme, die eure Körper machen, entflieht nach draußen in die Welt. Außerdem gibt es in unser Zeit noch gar keine verschließbaren Fenster, denn solche wird man erst viel später erfinden.”
Dieses sagte er aber nur, um ihrem kritischen Geist einen Gefallen zu tun. Dann fuhr er fort und sprach: “Amen, ich sage euch, ihr suchet euren Gott und meidet deshalb alles, was euch auf den Gedanken bringen könnte, dass es das Gesuchte gar nicht gibt. Ebensowenig nämlich, wie die Kälte in dieses Zimmer eindringen kann, kann jedwede Erkenntnis euch dümmer und unglücklicher machen. Denn der, den ihr sucht, kommt zu euch nur auf die Weise, dass ihr vorher das letzte bisschen von ihm verliert. Lasst euch frei, indem ihr von ihm ablasst – und eine große Last wird von euch abfallen.”
Sie aber verstanden ihn nicht und betrübten seine Mutter Maria, indem sie ihr Vorwürfe machten ihres Sohnes wegen. Als sie dann die Fenster wieder fest schlossen, verließ er das Haus und ging davon, denn er hatte bei sich beschlossen, sich Jünger zu suchen. Ich folgte ihm heimlich und beobachtete den Weg, den er wählte …
